Aussagen von Bewohnern der "Blumenau"
Im Altersheim und Pflegeheim Blumenau gefällt mir:
- "dass ich mitarbeiten kann"
- "der Blumengarten"
- "dass es heimelig ist"
- "dass es einen Spazierweg hat, wo ich
den Hund
ausführen kann"
- "die Freiheit und die gute Atmosphäre"
- "dass man Haustiere für Seele und Geist
haben kann"
- "die gegenseitige Achtung"
- "der Garten und die eigenen
Produkte (Beerenkultur)"
Älteste Baumerin lebt in der Blumenau
Im Alter zurück in die Heimat
Wer 100 Jahre alt wird, weiss etwas zu erzählen. So
richtig erwärmen konnte sich aber Fräulein Amalie Reiser nicht, dass jetzt im
Informationsbulletin der Blumenau über sie geschrieben wird. "Mönd doch nöd",
meinte sie zuerst als wir sie bei der morgendlichen Zeitungslektüre störten.
Doch im Gespräch liess die älteste Baumerin dann doch
einige Einblicke in ihr Leben zu. Am 17. April 1900 kam sie in der Lipperschwendi zur
Welt. Vor etwa vier Jahren kehrte sie hierher zurück und fühlt sich nun wohl in der
"Blumenau". Amalie Reiser war das älteste von 13 Kindern. Als sie 14 Jahre alt
war starb ihre Mutter nach der Geburt des zehnten Kindes. Es sei eine harte Zeit gewesen,
erinnert sich die rüstige Frau. Der Vater habe im eigenen Haus eine Stickerei gehabt.
Aber seine Auftraggeber hätten schlecht gezahlt. So musste sie schon früh Verantwortung
für ihre jüngeren Geschwister übernehmen. Später heiratete der Vater noch einmal und
weitere Geschwister kamen dazu..
In jungen Jahren schon ging Amalie Reiser in der Weberei in
Wald arbeiten. Dort blieb sie zwölf Jahre lang und trug so zum Unterhalt der Familie bei.
Danach folgte ein bestimmender Abschnitt in ihrem Leben: 35 Jahre lang diente sie in der
Heilsarmee. Nach der Schule in Bern war sie auf verschiedenen Posten im Kanton Aargau, im
ausserrhodischen Heiden und in Dübendorf. Während dieser Zeit wurde sie zuerst vom
Leutnant zum Kapitän befördert. Am Schluss ihrer Heilsarmee-Tätigkeit war Amalie Reiser
Brigadierin ein Grad, den es heute nicht mehr gibt. Mit 63 Jahren wurde sie
pensioniert. Ihre Arbeit wurde von der Heilsarmee sehr geschätzt. "Der Chef wollte
mich noch länger behalten", erinnert sie sich.
Doch die Frau, die ihre Leben lang gearbeitet hatte, konnte
nach der Pensionierung nicht einfach die Hände in den Schoss legen. Von ihrem Wohnort
Dübendorf aus pendelte sie nach Zürich. Dort putzte sie in einem Spital Operationssäle.
Schliesslich zog es Fräulein Reiser aber in ihre engere Heimat zurück. Mehr als 17 Jahre
lang wohnte sie in Bauma im Kündig-Haus. Im Alter von 96 Jahren wurde ihr der Haushalt
aber zu viel. Sie zügelte in die Blumenau, wo sie jetzt ein schmuckes Zimmer im ersten
Stock des Haupthauses bewohnt.
Amalie Reiser ist jedoch nicht die einzige Jubilarin, die
dieses Jahr in der Blumenau den hundersten Geburtstag feiern kann: Frieda Ehrensperger
kann diesen runden Geburtstag am 7. September begehen. Doch doch, es gehe ihr ganz
ordentlich, sagt sie. Sie nimmt noch mit Genuss an den Vorlese- und Plauderstunden teil.
Und wer es nicht weiss, kommt ins Staunen: Fräulein Ehrensperger kennt eine Vielzahl von
Gedichten und Liederversen auswendig.
Seit sieben Jahren lebt sie bei uns in der Blumenau. Es
gefalle ihr gut, sagt sie mit einem verschmitzten Lächeln. Sonst sähe sie nicht so gut
aus. Die anderen Frauen am Tisch lachen und nicken. Eine wirft ein, die Frieda sei die
Älteste im Zimmer, am Morgen aber immer die erste, die aufstehe. Ursprünglich stamme sie
aus Winterthur, erzählt sie. 14 Kinder seien sie im Elternhaus gewesen und schon früh
habe sie kräftig mithelfen müssen. Die erste Mutter sei gestorben, als sie neun Kinder
gewesen seien. Von der zweiten Mutter kamen dann noch fünf Geschwister dazu.
Sie sei immer zu Hause gewesen und habe den Haushalt
gemacht, sagte Frieda Ehrensperger. Mit 18 Jahren dann besuchte sie einen Flickkurs. Was
sie dort lernte, erwies ihr ein Leben lang gute Dienste. Lange Jahre habe sie bei einer
Frau in Effretikon gedient, erinnert sich Fräulein Ehrensperger. Später flickte sie für
die neun Enkelkinder dieser Frau die Kleider.
Das Leben von Fräulein Ehrensperger war geprägt von der
Arbeit. Sie hätte nicht erwartet, 100 Jahre alt zu werden, sagt sie. Doch offensichtlich
habe sie die Arbeit gesund erhalten.

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