 |
Generationen
zusammen
Das Altersheim und Pflegeheim Blumenau ist ein
Mehrgenerationenhaus. Und das gleich in verschiedener Hinsicht. Auf
der einen Seite führen wir das Altersheim und Pflegeheim Blumenau in
zweiter Generation. Auf der anderen
Seite sind |
die
Menschen bei uns nicht einfach betagte oder alte Personen. Sondern
es leben auch zahlreiche Frauen und Männer im Vorrentenalter im
Heim. So führen wir eine Tradition weiter, die in der Gründungszeit
als erste schweizerische Trinkerinnenheilanstalt begann. Schon
damals fanden jüngere Menschen den Weg in das Altersheim und
Pflegeheim Blumenau. Heute leben drei
Generationen von Bewohnern unter dem gleichen Dach. Wir können
jeden Tag erleben, wie das Zusammensein dieser drei Altersgruppen
Dynamik in unser Haus bringt. Natürlich gibt es dabei auch
Auseinandersetzungen.
Schliesslich leben hier
Menschen mit völlig unterschiedlichen Erfahrungen
und Erlebnissen zusammen.
In den weiteren Texten machen sich jüngere
Bewohnerinnen und Bewohner Gedanken
über ihr Leben. Es sind spannende Gedanken,
die uns Anregungen geben, die uns aber insgesamt
auch in unserer Arbeit bestätigen.
«Hier leben die Leute noch», wird einmal mit
Nachdruck gesagt. Und das ist für uns ein
grosses Kompliment.
Ursula und Felix Graf |
|
Vier jüngere Bewohnerinnen
und Bewohner der Blumenau erzählen uns über ihr Leben. Die Altersbandbreite ist nämlich
beeindruckend: Der jüngste Bewohner ist 46 Jahre alt, die älteste Bewohnerin zählt sage
und schreibe 102 Lebensjahre.
DER MALER UND MUSIKER

Laszlo Niederecker ist 70 Jahre jung. Der
gesellige Mann fühlt sich wohl hier. «Ich möchte mit niemandem tauschen», sagt er.
Denn im Altersheim und Pflegeheim Blumenau habe er Gesellschaft und gleichzeitig die Ruhe, wenn er sie suche.
1956 flüchtete Laszlo Niederecker aus Ungarn und kam später über Deutschland
in die Schweiz. Seit etwa zweieinhalb Jahren lebt er in unserem
Altersheim. Jetzt freut er sich über sein
nach der Renovation originell ausgestaltetes Einerzimmer. Es sei ein schöner, heller
Wohnraum und biete ihm die Möglichkeit seinen grossen Leidenschaften, dem Malen
und Musizieren nachzugehen. Neben der Staffelei steht dann auch eine elektrische
Orgel. Regelmässig besucht Herr Niederecker mit dem Moped seine beiden in Pfäffikon
lebenden Schwestern. Auch mit seiner Frau hat er noch Kontakt. Zwar lebten sie nach
27 Ehejahren getrennt, doch seien sie Freunde geblieben, versichert Laszlo Niederecker.
Er mache gerne seine Spässe, er freue sich jedes Mal, wenn er jemanden zum Lachen
bringt. Und gebe es einmal Streit, so versuche er zu schlichten, sagt Laszlo Niederecker weiter.
Für ihn zähle nur der Mensch und man
glaubt es ihm sofort, wenn er sagt: «Ich habe sie alle gern.»
DER KRITISCHE GEIST

Dieter Kirchhoff wird 65 Jahre alt. Er würde
bald pensioniert, wenn nicht sein Unternehmen in der Rezession der neunziger Jahre
fusioniert hätte. Der Handelskaufmann und Buchhalter war einer von vielen, die in
diesen Jahren ihre Arbeit für immer verloren. Dieter Kirchhoff liest viel Zeitungen und
Zeitschriften und seit einem Jahr surft er durchs Internet. Den Anstoss und Support
dazu erhält er vom stellvertretenden Heimleiter und Computer Fachmann Markus
Plüss. Darüber ist er froh, denn eigentlich macht er das fast am liebsten. Oft ist es für
ihn langweilig, da die Gesundheit seiner Unternehmungslust Grenzen setzt. Positiv
seien die regelmässigen Busfahrten nach Bauma. Denn die Blumenau liege
schon etwas abgelegen. Gut sei aber, dass in den Gebäuden nicht geraucht
werde, stellt er weiter fest, und drückt seine Zigarette im Aschenbecher
aus. Es gebe auch Negatives im Altersheim und Pflegeheim Blumenau wie überall, sagt er. «Doch das nehme ich in Kauf, weil das Positive
überwiegt.» Als Beispiel führt er an, dass sich alle gegenseitig nach ihren individuellen
Möglichkeiten helfen.
|
DIE HERZLICHE TIERFREUNDIN

Margrith Rüegg freut sich auf ihr neues langhaariges
Meerschweinchen. Ihr anderes Meerschweinchen sei nämlich gestorben. Im Moment müsse sie sich nur um den Hasen
kümmern. Die Frau Mitte 50 liebt Tiere. Schon als Schulkind hatte sie zu Hause eine
Katze. Diese Katze habe sie jeweils auf dem Weg zur Schule begleitet, erinnert sie sich.
Margrith Rüegg kennt die Blumenau gut. Sie lebt schon einige Jahre hier. Früher arbeitete
sie tatkräftig in der Küche mit, heute muss sie sich aus gesundheitlichen
Gründen auf kleinere Reinigungsarbeiten rund ums Haus beschränken. Sie kenne viele der
anderen Pensionäre hier, mit einigen sei sie befreundet. Besonders freut sie sich über die regelmässigen
Treffen zum Kaffee mit einem Bewohner, den sie gut mag. Gemeinsam verbringen sie
den Abend mit Fernsehen und einem Glas Wein. Doch die Blumenau sei ihr Daheim sagt sie.
Und seit dem Umbau lebt sie im Haus Tulpe und freut sich über ihr grösseres Zimmer.
DIE GROSSE AUSNAHME

Antje Eckertz ist eine
quirlige vitale Frau von 59 Jahren. «Ich bin eine grosse Ausnahme», sagt
sie. Und das ist sie wirklich. Sie arbeitet und isst im Altersheim und
Pflegeheim Blumenau, verbringt aber ihre
Freizeit in einer eigenen Wohnung im nahen Weiler Lipperschwendi. Die gelernte
Physiotherapeutin zog von Winterthur nach Bauma. Sie sorgt sich sehr um die anderen Bewohnerinnen
und Bewohner. Zu
ihren Aufgaben gehöre es, führt sie aus, sich mit den Leuten zu unterhalten,
zu spielen, Bewegungsübungen zu machen oder mit ihnen spazieren zu gehen.
Sechs Mal wöchentlich liest sie morgens vor, einmal wöchentlich trifft sich die Singgruppe
unter ihrer Leitung. Alle ihre Aktivitäten werden in Gesprächen mit dem Mitarbeiterteam abgestimmt, sagt
sie. Sie sei in ihre Aufgaben hineingewachsen. Mit der Zeit ergäben sich sehr starke
Bindungen. Für sie sei es dann jeweils sehr schwierig, wenn jemand sterbe. Antje
Eckertz lebt spürbar für ihre Aufgabe. Sie gibt den Menschen Gesellschaft und Freundschaft.
Genau das erhält sie von ihnen auch zurück. Was für sie den das wichtigste sei?
Die Antwort kommt sofort: «Das Leben lebenswert machen: Hier in der Blumenau
leben die Menschen noch.»
|
NEUE NAMEN FÜR UNSERE HÄUSER
Wir haben unseren vier Häusern neue
Namen gegeben. Bezeichnungen wie der Neubau, unteres Haus und Rohr haben
sich immer wieder als wenig ansprechend erwiesen. Deshalb nennen wir unsere Gebäude jetzt «Blumenau» (für
das Haupthaus), «Rose», «Tulpe» und «Flieder» für die anderen drei Gebäude.
Wir sind überzeugt, dass sich diese neuen Namen schnell einbürgern werden.
Mit diesen neuen Namen erscheinen die Häuser auf der Übersichtstafel bei der
Einfahrt. Auf dieser Tafel wird auch der Parkplatz deutlich markiert sein. Aus
Gründen der Sicherheit gibt es ausserhalb des Parkplatzes keine Möglichkeiten
mehr, ein Auto abzustellen.
Rückblende
Aktuelles im Archiv
Aktuelles
vom 01.06.2001
Aktuelles vom
16.11.2000
Informationsschrift
Um Sie auf dem laufenden zu halten, geben wir meistens zweimal jährlich eine Informationsschrift
heraus. Das dritte Exemplar ist fertig. Wir stellen es Ihnen gerne zu (altersheim@blumenau.ch)
oder sie können es hier als PDF-Datei herunterladen.
neu: Factsheet3.pdf
Factsheet2.pdf
Factsheet1.pdf
|